Produktionserweiterung in volatilen Zeiten: Standortplanung mit Weitsicht

Heidelberg - 23.5.2019

Um- und Ausbauprojekte als langfristige und kostengünstigere Alternative zum Neubau – darauf richtete sich der Fokus der Veranstaltung „Produktionserweiterung im Bestand. Effizient. Flexibel. Zukunftssicher.“ Am 16. Mai 2019 trafen sich die Teilnehmer in Heidelberg in den Räumlichkeiten des Beratungs- und Planungsexperten io-consultants zu der Veranstaltungsreihe, die in diesem Jahr in Kooperation mit dem Wirtschaftsrat Deutschland durchgeführt wurde.

Vertreter namhafter produzierender Unternehmen gaben detaillierte Einblicke in ihre Projekte. Unter der Moderation von Prof. Dr. Michael Hauth, Vorsitzender des lntralogistik-Netzwerk Baden-Württemberg, beleuchteten sie spezifische Probleme, Herausforderungen und Lösungen im Zusammenhang mit der Erweiterung ihrer Produktion. Flankiert wurden die hochkarätigen Vorträge durch eine Virtual Reality Live-Demo von io-consultants. Die zahlreichen Probanden hatten die Möglichkeit, sich virtuell in einem Lager- und Produktionsstandort zu bewegen und bekamen die zahlreichen Potenziale von VR in der Industrieplanung aufgezeigt.

Produktionsspezifische Herausforderungen

Begrüßt wurden die rund 60 Teilnehmer von Dr.-Ing. Christian Barysch, Partner von
io-consultants und Leiter des Bereichs Fabrikplanung, und Beate Bahner, Mitglied des Sektionsvorstands Rhein-Neckar des Wirtschaftsrates Deutschland. „Ich freue mich besonders über die Offenheit der Referenten, ihre Projekte im Detail und mit sehr ehrlichen Hinweisen zu den realen Herausforderungen vorzustellen “, so Barysch. Denn Selbstläufer sind Produktionserweiterungen im Bestand meist nicht: Diese bieten zwar oft eine kostengünstige Alternative zum Neubau, gleichzeitig haben sie aber häufig eine hohe Komplexität, etwa durch Gebäude-Limitierungen und Fixpunkte. Laufende Produktionen gilt es, trotz der Erweiterungsmaßnahmen der Bestandsanlagen, weitestgehend störungsfrei aufrechtzuerhalten.

Dabei ist eine materialfluss- und ressourcenoptimierte Layout-Planung der Produktion unter Gewährleistung der erforderlichen Qualität zu garantieren. Wie dies in einer Fabrik mit Hochtechnologieprodukten erfolgreich umgesetzt werden kann, beschrieb Dr. Karl-Heinz Jung von der ArianeGroup im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Triebwerksproduktion für die neue Trägerrakete Ariane 6. Erfolgsfaktoren sind dabei eine auf Process Mining basierende Wertstromanalyse und -design sowie eine schlanke und transparente Materialversorgung mit auftragsspezifischer Produktionsver- und -entsorgung. Prof. Dr. Hauth unterstrich in diesem Zusammenhang: „Es erwarten sie viele produktionsspezifische Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.“

Langfristig wertsteigernde Standortplanung wichtig

„Wachsen im Bestand“ – darüber berichteten auch Steffen Kraft, Leiter Technology Center, und Jan Oellers, Geschäftsleitung Elektror airsystems gmbh. Das 1923 gegründete Stiftungsunternehmen produziert Motoren und Ventilatoren auf sehr hohem Customizing Grad. Nicht nur einzelne Komponenten, sondern Komplettlösungen für Systeme der Strömungslufttechnik sind zur Energieeffizienzsteigerung gefragt. Der Aufbau von Modulen, die in die Produktelemente des Kunden integriert werden, ist von großer Bedeutung. Neben der Wertstromanalyse, die io-consultants für die Weiterentwicklung des Produktionsnetzwerks und für den Aufbau des Systemgeschäfts in der Elektror-Gruppe durchführte, kamen weitere Aspekte hinzu. So wurde die Integration eines blechverarbeitenden Unternehmens erforderlich. Da bereits eine Fließfertigung vorhanden war, galt es, die Erweiterung der bestehenden Produktion anzugehen. Deshalb investierte Elektror in die zwei unabhängigen Standorte Waghäusel und Chorzow in Polen.

Langfristige Standortplanung und Kapazitätserweiterung – dies sind wichtige Aspekte, die auch Bernhard Pawlik, CEO der Ubbink Centrotherm Group und Board Member of CENTROTEC Sustainable AG, aufgriff. Lüftungssysteme mit Wärmeaustausch, Abdichtungen von Gebäudehüllen und Energieeffizienz von Gebäuden spielen dabei eine zentrale Rolle. Anhand von drei Beispielen aus der Praxis zeigte er auf, wie unterschiedlich die Anforderungen und die daraus resultierenden Lösungen und Herangehensweisen sein können. Während in China ein Greenfield-Projekt mit der Auswahl, Planung und Umsetzung eines neuen Produktionsstandortes erforderlich wurde, galt es beim Werk in Mainburg ein Brownfield-Projekt anzugehen. Mittels einer mit io-consultants durchgeführten Werksrahmenplanung wurden Kapazitätserweiterungen bei gleichzeitiger Minimierung notwendiger Baumaßnahmen realisiert. Im dritten beschrieb Pawlik die Optimierung eines bestehenden Standortes in den Niederlanden unter Material- und Prozessflussaspekten, die erforderlich wurde, da eine bauliche Erweiterung des Werkes nicht möglich war.

Zukunftsweisende, digitale Planungsansätze

Industrie 4.0, Digitalisierung – dies sind wichtige Themen. Doch was bedeuten sie im Zusammenhang mit Produktionserweiterungen? Welche Potentiale zur Optimierung der Prozesse ergeben sich daraus? In der abschließenden Panel-Discussion wurde deutlich: es gibt bereits zahlreiche Aktivitäten in den Bereichen Industrie 4.0 und Digitalisierung, wie beispielsweise Kobots, die an Montagelinien für vielfältige Prozessschritte eingesetzt werden. Die Teilnehmer betonten, dass Schlagwörter wie Industrie 4.0 oder Digitalisierung zwar auch Aktivitäten und Themen beinhalten, die bereits früher auf der Agenda von Unternehmen standen. Nichtsdestotrotz ist ihnen bewusst, dass immense Potentiale darin schlummern. Es sei wichtig, die richtige Technologie und die richtige Herangehensweise zu identifizieren und umzusetzen, um diese Potentiale zu heben. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen müssten jedoch die individuellen und branchenspezifischen Herausforderungen und Voraussetzungen jedes Unternehmens berücksichtigen. Es gelte, eine unternehmensspezifische Strategie zu entwickeln.

Nach der Panel-Discussion hatten die Teilnehmer Zeit, sich in persönlichen Gesprächen mit den Referenten über die vorgetragenen Themen auszutauschen. Die Resonanz der Teilnehmer war durchweg positiv. So resümierte Uwe Mayer, Key Account Manager Industrie Pedestrian Door Solutions der ASSA ABLOY Entrance Systems GmbH: „Hochkarätige Referenten, äußerst interessante Beiträge, sowie angenehme Gespräche in den Pausen machten das Event zu einem vollen Erfolg“.

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